In weiteren Verfahren, in denen die Staatsanwaltschaft bereits Anklage erhoben hatte, ließ sich mehrfach ein Freispruch für den Mandanten in der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht bzw. Landgericht erzielen. 

Auch in einem vor wenigen Wochen für meinen Mandanten erfolgreich beendeten Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Ulm erwies sich einmal mehr die enorme Bedeutung der forensischen Aussagepsychologie für die erfolgreiche Verteidigung in Sexualstrafverfahren. 

In diesem langwierigen Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kassel war die zwischenzeitlich erwachsene Tochter der ehemaligen Lebensgefährtin meines Mandanten nach mehrfachen Psychotherapien für sich persönlich zu der Überzeugung gelangt, als Kind von meinem Mandanten sexuell schwer missbraucht worden zu sein. 

Hier hatte die vermeintliche Geschädigte etliche Monate nach einer gemeinsamen Nacht mit meinem Mandanten im Rahmen eines Klinikaufenthalts wegen psychischer Störungen Strafanzeige wegen angeblicher Vergewaltigung gegen diesen erstattet. Beide Beteiligte waren bis dahin flüchtige Bekannte. Nach einer Veranstaltung, wo man sich zufällig traf, kam es sodann zu einvernehmlichen Sex.

Offenbar fühlte sich die Anzeigeerstatterin hier psychisch von meinem Mandanten, den sie bereits seit der Jugend kannte, durch dessen Zurückweisung derart verletzt, dass sie ihn wegen einer Vergewaltigung anzeigte. Aussagepsychologisch war die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussage der Dame rundweg zu verneinen. Denn die Aussage ist eine kognitive Leistung, die die Zeugin nicht erbracht hat. Vielmehr dominierte die absolut qualitative Dürftigkeit der Aussage namentlich über das Kerngeschehen der angeblichen Vergewaltigung.