Freispruch

Leider ist ein Freispruch in der Hauptverhandlung eine seltene Ausnahme; vielmehr liegt die Freispruchquote in Hauptverhandlungen bei knapp 3 % (!).

Die Gründe hierfür sind überwiegend psychologischer Art, mithin Vorverurteilungen sowie die Präjudizwirkung der Anklageschrift. Unschuldsvermutung und in-dubio-Grundsatz werden häufig und rechtsstaatswidrig missachtet.

Öffentlichkeitswirkung und Medienwirkung tragen zudem gerade in Sexualstrafverfahren zudem zu einer Vorverurteilung bei.

Zu bedenken ist weiter, dass die bei der Strafkammer sowie Schöffengericht regelmäßig beisitzenden Schöffen die Verfahrensalte nicht kennen. Vielmehr erfahren sie den konkreten Tatvorwurf erstmals in der Hauptverhandlung bei der Verlesung der Anklageschrift durch den Staatsanwalt. Die - ebenfalls zum Nachteil des Angeklagten psychologisch negativ beeinflussten - Richter entscheiden nach „freier richterlicher Überzeugungsbildung“.

Hinzu kommt, dass die richterliche Überzeugungsbildung revisionsrechtlich kaum angreifbar ist.

Mithin gilt es umso mehr, durch frühes und effektives Verteidigerhandeln im Ermittlungsverfahren und im Zwischenverfahren alles daran zu setzen, um die Hauptverhandlung zu verhindern!

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