Schwerer Sexueller Missbrauch von Kindern

Das Delikt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern bestraft Missbrauchshandlungen zum Nachteil von Kindern, die in ihrem Handlungsunwert und Erfolgsunwert vom Gesetz als noch gravierender bewertet werden als im Rahmen des Delikts sexueller Missbrauch von Kindern. Die Strafdrohung ist gleich der Strafdrohung des Mordtatbestands und liegt sonach bei einer Strafdrohung von Freiheitsstrafe bis zu 15 Jahren.

 Verjährungsfristen sexueller Missbrauch

Die Verjährung für den Vorwurf Sexueller Missbrauch beträgt zwischen 5 – 20 Jahren; sie richtet sich nach dem Strafrahmen zum Zeitpunkt der Tat und beginnend mit der Vollendung des 21. Lebensjahres des betroffenen Kindes.

Die Verjährungsfrist zur Geltendmachung zivilrechtlicher Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche beträgt nunmehr 30 Jahre für alle Fälle, die zum 30.06.2013 noch nicht verjährt waren.

Tatbestand, Tathandlungen § 176 a

Die Tathandlungen bei dem Delikt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern bestehen zum einen darin, dass der Täter innerhalb der letzten fünf Jahre bereits schon einmal aus dem Delikt sexueller Missbrauch von Kindern rechtskräftig verurteilt worden ist, also Wiederholungstäter ist und sich nunmehr mit einer weiteren Tat über die Warnfunktion der ersten Verurteilung hinwegsetzt.

Ferner begeht das Delikt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, wer als „ eine Person über achtzehn Jahren mit dem Kind den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen (anale oder orale Penetration mit Glied, Finger oder Gegenständen) an ihm vornimmt oder vornehmen lässt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind“.

Ferner wird aus dem Delikt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern bestraft, wer die Tat gemeinschaftlich, also mittäterschaftlich § 25 Abs. 2 StGB, mit einer anderen Person oder mehreren anderen Personen begeht, oder wer „das Kind durch die Tat in die Gefahr einer (konkret vorhersehbaren) schweren Gesundheitsbeschädigung oder einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt“.

Weiter wird aus dem Delikt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern bestraft, „wer in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3, 4 Nr. 1 oder Nr. 2 oder des § 176 Abs. 6 als Täter oder anderer Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs. 3) zu machen, die nach § 184b Absatz 1 oder 2 verbreitet werden soll“; sowie , „wer das Kind in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3 bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt“.

Strafe bei § 176 a

Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in der Form, dass der Täter Wiederholungstäter des § 176 Abs. 1 und 2 ist und sich über die Warnwirkung der ersten Verurteilung durch die erneute Tatbegehung hinwegsetzt, ist mit einer Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe bedroht.

Hingegen droht bereits eine Mindeststrafe von 2 Jahren Freiheitsstrafe in den Fällen des § 176 a Abs. 2 StGB, mithin dann, wenn der Täter das Kind oral, vaginal oder anal penetriert; ebenso bei der Verwirklichung des Delikts sexueller Missbrauch von Kindern in Mittäterschaft sowie dann, wenn die Tat sexueller Missbrauch von Kindern mit konkret prognostizierbaren Schäden für die körperliche und seelische Entwicklung des Kindes einhergeht.

Eine Mindeststrafe von 2 Jahren Freiheitsstrafe droht ferner demjenigen, der „in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3, 4 Nr. 1 oder Nr. 2 oder des § 176 Abs. 6 als Täter oder anderer Beteiligter in der Absicht handelt, die Tat zum Gegenstand einer pornographischen Schrift (§ 11 Abs. 3) zu machen, die nach § 184b Absatz 1 oder 2 verbreitet werden soll“.

Eine Mindeststrafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe droht demjenigen, „wer das Kind in den Fällen des § 176 Abs. 1 bis 3 bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt“, § 176 a Abs. 3 StGB.

Daneben sieht § 176 a Abs. 4 StGB einen minder schweren Fall des § 176 a Abs. 1 StGB vor – hier droht eine Mindeststrafe von 3 Monaten Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren; in minder schweren Fällen des Absatzes 2 droht eine Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe bis 10 Jahren.

Strafzumessung bei § 176 a

Hier kann im Wesentlichen auf die Ausführungen zur Strafzumessung bei dem Delikt sexueller Missbrauch von Kindern, 176 StGB, verwiesen werden. Insbesondere wirkt sich strafmildernd auch hier aus, wenn es das kindliche Opfer bereits kurz vor Vollendung des 14. Lebensjahrs steht und/ oder bereits sexuelle Erfahrungen gemacht hat. Weiter auch dann, wenn die sexuelle Handlung die Erheblichkeitsschwelle nur knapp überschritten hat.

Strafschärfend würde indes bei § 176 a Abs. 2 Nr. 1 berücksichtigt, wenn die Penetration anal erfolgt ist.

Wie auch bei dem Delikt sexueller Missbrauch von Kindern zeigt die Erfahrung, dass sich die Gerichte bei der konkreten Strafzumessung regelmäßig in der oberen Hälfte des gesetzlichen Strafrahmens bewegen.

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