Strafe für Vergewaltigung: Welches Strafmaß droht?

Sexualstraftaten, wie zum Beispiel der Tatbestand der sexuellen Nötigung, Vergewaltigung oder des sexuellen Missbrauch, werden sehr hoch bestraft. Ein Anwalt für Sexualstrafrecht hilft dem (vermeintlichen) Täter dabei, ein gerechtes Strafmaß für die sexuelle Straftat zu erwirken oder sogar eine Freiheitsstrafe abzuwenden, falls der Vorwurf der Vergewaltigung des Opfers nicht gerechtfertigt ist.

Strafe bei Vergewaltigung in Deutschland

In den Gesetzen eines jeweiligen Landes ist geregelt, welche Strafe einem Täter für welche unerlaubte Handlung droht. Die Strafe für Vergewaltigung als besonders schweren Fall der sexuellen Nötigung ist in Deutschland im Strafgesetzbuch, dem StGB geregelt. Die Tat einer Vergewaltigung liegt vor, wenn die Tatbestandsmerkmale nach § 177 Abs. 1 StGB gegeben sind. Dazu gehören unter anderem die Drohung und das Anwenden von Gewalt des Täters gegenüber dem Opfer und eine schutzlose Situation des Opfers mit Gefahr für Körper und Leben. Liegen diese Merkmale für sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung vor, dann erfolgt eine Bestrafung der beschuldigten Person oder Personen nach § 177 Abs. 2 Nr. 1 StGB.

 

Vergewaltigung: Strafe nach § 177 Abs. 2 Nr. 1

Durch die Reform des Sexualstrafrechts 2016 hat sich der § 177 StGB verschärft und die Strafbarkeitsschwelle für sexuelle Übergriffe ist gesunken. Vergewaltigungen als sexuelle Handlungen werden im Strafrecht mit mindestens 2 Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Das Strafmaß ist dabei abhängig von der Schwere der Tat und kann je  nach Umständen in schweren Fällen ausgeweitet werden.

Aufgrund der Gesetzesreform im Sexualstrafrecht ist bei der Strafe für Vergewaltigung nunmehr zu differenzieren. Der Tatvorwurf bezieht sich auf den Zeitraum ab dem 10.11.2016? Dann gilt:

  • Die Strafe für § 177 Abs. 1, § 177 Abs.2 StGB, sowie § 177 Abs, 3, Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung ist Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.
  • § 177 Abs. 4 und § 177 Abs. 5 StGB sehen Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr für den Fall vor, dass „die Unfähigkeit, einen Willen zu bilden oder zu äußern, auf einer Krankheit oder Behinderung des Opfers beruht“ (§ 177 abs. 4 StGB) bzw. für denjenigen, der
  1. gegenüber dem Opfer Gewalt anwendet,
  2. dem Opfer mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben droht oder
  3. eine Lage ausnutzt, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist“.
    • Die Vergewaltigung, § 177 Abs. 6, verfügt über eine Strafandrohung von Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. 
    • Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren droht in den Fällen des § 177 Abs. 7 StGB; Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bei der Verwirklichung des § 177 Abs8 StGB.
    • neu: §177 Abs. 9 StGB: sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung Vergewaltigung im minder schweren Fall
      • § 177 Abs. 9 StGB regelt die minder schweren Fälle der §§ 177 Abs. 1 und Abs. 2 StGB; ferner § 177 Abs. 4 und 5 sowie § 177 Abs. 7 und 8. Demnach beträgt „in minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu drei Jahren. In minder schweren Fällen der Absätze 4 und 5 soll auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren zu erkennen sein. In minder schweren Fällen der Absätze 7 und 8 ist auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

      Man wirft Ihnen Vergewaltigung oder Sexuelle Nötigung zu einem Zeitpunkt vor dem 10.11.2016 vor? Dann gilt:

      paragraph 1161140 1920

      • § 177 Abs. 1 sexuelle Nötigung
        Die Freiheitsstrafe beträgt mindestens ein Jahr.
      • § 177 Abs. 2 Vergewaltigung
      • In schweren Fällen der sexuellen Nötigung (Vergewaltigung) dauert die Freiheitsstrafe mindestens 2 Jahre.
      • § 177 Abs. 3 Vergewaltigung
        Bei bestimmten Tatbestandsmerkmalen, beispielsweise dem Mitführen von Waffen oder Werkzeugen, ist die Freiheitsstrafe nicht unter 3 Jahren.
      • § 177 Abs. 4 Vergewaltigung
        Für eine Freiheitsstrafe von nicht unter 5 Jahren müssen an der Tat ebenfalls bestimmte Merkmale erkannt werden, zum Beispiel das Verwenden einer mitgeführten Waffe. Hat der Vergewaltiger das Opfer zum Beispiel in die Gefahr des Todes gebracht, greift ebenfalls die Strafe für Vergewaltigung in schweren Fällen.
      • § 177 Abs. 5 Minder schwere Fälle
        Regelungen für minder schwere Fälle der Absätze 1 bzw. 3 und 4 sehen eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis 5 Jahren bzw. von einem Jahr bis hin zu 10 Jahren vor.
      • Auch Handlungen, die als Versuch einer Vergewaltigung gelten, sind Straftaten und werden bestraft.

       

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Strafverbüßung des Täters bei Vergewaltigung

In einem Gerichtsverfahren wird nicht nur die Nichtschuld oder Schuld einer der Vergewaltigung beschuldigten Person festgestellt, sondern auch die Schuldfähigkeit des Täters. Ist er schuldfähig, verbüßt er seine Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt.
Wiederholungstätern droht zudem die Sicherungsverwahrung nach Verbüßung der Haftstrafe, um besonders die Opfer der Taten - meist Frauen - zu schützen.

Ganz gleich, in welchem Bundesland oder welcher Stadt Sie einen Verteidiger suchen - sei es ein Anwalt für Sexualstrafrecht Berlin, Anwalt für Sexualstrafrecht München oder ein Anwalt für Sexualstrafrecht Hamburg - meine Unterstützung ist Ihnen in ganz Deutschland an den verschiedenen Land- und Amtsgerichten sowie den JVAs sicher.

 

Sie fürchten eine Strafe wegen Vergewaltigung?

 

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Meine profunden Kenntnisse auf diesem Gebiet habe ich mir im Laufe meiner Tätigkeiten als Fachanwältin für Strafrecht und speziell bei der Verteidigung im Sexualstrafrecht angeeignet. Profitieren Sie von meinem Wissen und meinen Erfahrungen und kontaktieren Sie mich als Strafverteidiger für Sexualstrafrecht für ein erstes Gespräch.