Kosten Anwalt: Was kommt auf mich zu?

Wenn Sie einen Rechtsanwalt für die Verteidigung im Sexualstrafrecht suchen, spielen natürlich auch die Kosten für die Vertretung für Sie eine nicht unerhebliche Rolle. Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einen Überblick über die unterschiedlichen Kostenmodelle für Anwaltskosten bieten, um Ihnen einen ersten Eindruck zu gewähren.

Ob nach Stundensatz, nach Pauschale oder gesetzlichen Gebühren des RVG (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz) in Sexualstrafsachen abgerechnet wird, kann nicht pauschal gesagt werden. Die Vereinbarung lässt sich nur individuell innerhalb der Erstberatung und insbesondere NACH Sichtung der gegen Sie erhobenen Belastungsaussage treffen.

Kontaktieren Sie mich für weitere Informationen

Welche Anwaltskosten erwarten mich?

Die Gebühren für eine erste Rechtsberatung belaufen sich entsprechend dem RVG auf 190 Euro. Hinzu kommt die gesetzliche Umsatzsteuer i.H.v. 19 Prozent, wodurch eine Gesamtsumme der Beratungskosten von 226 Euro entsteht.

Sämtliche weitere Tätigkeiten, die bis zu dem Zeitpunkt anfallen, zu dem Sie und ich die Belastungsaussage gesehen und besprochen haben, berechnen wir ebenfalls anhand der gesetzlichen Gebühren nach dem RVG. Dazu können z.B. zählen:

  • die erste Kommunikation mit den Ermittlungsbehörden (Verteidigungsanzeige, Anfordern der Verfahrensakte, Absage des Vernehmungstermins),
  • Scannen und Rücksenden der Akte,
  • Begleichung der Auslagenpauschale an die Staatskasse,
  • Übermittlung einer passwortgeschützten Aktenkopie an den Mandanten,
  • erstes Einarbeiten in die Akte mit Blick auf die Beweislage,
  • Kommunikation mit der Staatsanwaltschaft zur Abstimmung des weiteren Vorgehens,
  • ausführliches persönliches Beratungs-Gespräch mit dem Mandanten zum Akteninhalt sowie der weiteren Vorgehensweise.

 

Kosten Anwalt: Konkret erst nach intensiver Einschätzung des Falles P0A4309klein

Erst nach dieser differenzierten ersten Einschätzung lassen sich die weiteren Anwaltskosten bestimmen. In erster Linie richten diese sich danach, ob Sie eine sogenannte Strafmaßverteidigung oder eine Konfliktverteidigung wünschen. Ferner hängen sie davon ab, welche konkreten Arbeiten (Schutzschriften, Anträge, Beweisantritte, eigene Recherchen des Rechtsanwalts, aussagepsychologische Begutachtung der Belastungsaussage etc.) wir vereinbaren.

Kosten für Strafmaßverteidigung

Diese Form der Verteidigung ist eher selten. Sie bietet sich an, wenn die Vorwürfe gegen Sie zutreffen und die Beweislage eindeutig ist bzw. Sie selbst die Vorwürfe einräumen möchten. Meine Aufgabe als Verteidigerin besteht in diesem Fall “lediglich” darin, ein möglichst gutes Urteil und mildes Strafmaß für Sie zu erreichen. In diesen Fällen kann man gut mit Pauschalen, vereinzelt sogar auch den RVG-Sätzen arbeiten. Realistisch sind Verteidigungskosten von circa 1.500 Euro für das Vorverfahren und 500 bis 700 Euro pro Hauptverhandlungstag (ggf. bei gleichzeitiger Beiordnung als „Pflichtverteidiger“ auf eigenen Antrag hin auch weniger).

Kosten für Konfliktverteidigung

Ganz anders verhält es sich, wenn eine sogenannte Konfliktverteidigung zu leisten ist. Denn diese erfordert sehr viel Erfahrung, Zeit, Kraft und auch persönlichen Einsatz. Auch hier kann man mit Pauschalen arbeiten oder auf der Basis von Stundensätzen.

Ich persönlich bevorzuge dabei die Abrechnung aller schriftlichen Arbeiten und Termine außerhalb der Hauptverhandlung nach Stundensatz und die Abrechnung der Hauptverhandlungstage nach einer zuvor abgesprochenen Pauschale. Gerne erstellen wir Ihnen nach Einsicht in die Ermittlungsakte Ihre individuelle Gebührenkalkulation.

Fahrtkosten

Leben Sie in Nordrhein-Westfalen oder Norddeutschland (z.B. Mecklenburg-Vorpommern), berechne ich grundsätzlich nur eine Entfernungspauschale für die ersten 100 km. Grund ist, dass ich mit diesen Gegenden auch persönlich verbunden bin und bevorzugt in diesen Regionen verteidige.

Kontaktieren Sie mich für eine individuelle Gebührenkalkulation!

 

Habe ich einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe?

Prozesskostenhilfe existiert bisher (noch) nicht für die Strafverteidigung; wohl aber die Möglichkeit der Pflichtverteidigung. Auch der Wahlanwalt kann einen Antrag auf Beiordnung als Pflichtverteidiger stellen. Wichtig ist dabei aber: Der Staat fordert diese an den Anwalt gezahlten Gelder im Falle einer Verurteilung vom Mandanten zurück.

 

Schutzschrift: Was ist das und wie viel kostet sie?drops 936779 640 farblos

Ziel meiner Verteidigung ist eine Einstellung des Verfahrens, das heißt zu vermeiden, dass die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Sie erhebt. Somit wird vermieden, dass es überhaupt zur Hauptverhandlung kommt. Dies erfolgt mit Hilfe einer sogenannten Schutzschrift.

Konkret bedeutet das: Die aussagepsychologische Begründung, warum die Aussagen der "Geschädigten" nicht zutreffen (u.a. die Darstellung der Motive für eine Falschbelastung, Suggestion und Pseudoerinnerung, Ihre Sichtweise des streitgegenständlichen Geschehens sowie eine rechtliche Würdigung der Tatbestandsmerkmale anhand der aktuellen Rechtsprechung) werden in einem Schriftsatz dargestellt. Dieser Schriftsatz richtet sich an die Staatsanwaltschaft mit der Anregung, das Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO einzustellen.

Umfang und Kosten einer Schutzschrift

Wie umfangreich unsere Schutzschrift wird, hängt wiederum davon ab, in welcher Höhe Sie dafür Gelder investieren möchten. Zumindest sollte darin die Belastungsaussage aussagepsychologisch analysiert werden. Für eine optimale Analyse ist ein Bedarf von circa 20 Zeitstunden rechtspsychologische/aussagepsychologische Arbeit plus 15 Stunden rein rechtliche Arbeit für die Fertigstellung der Schutzschrift realistisch. Über diese Zeiten erhalten Sie selbstverständlich eine schriftliche Honorarvereinbarung und Zeitnachweis.

Gern erläutere ich Ihnen die konkreten Kosten individuell.

Ich bin unschuldig. Warum sollte ich trotzdem Geld in die Schutzschrift investieren?

Die Alternative zur Schutzschrift wäre, einfach abzuwarten, was die Staatsanwaltschaft tut. Also darauf, ob sie Anklage erhebt oder aber das Verfahren aus eigenen Stücken und ohne aufwendigen Schriftsatz von uns einstellt. Auch letzteres kommt vor, wie wahrscheinlich es in Ihrem Fall ist, können wir erst nach Analyse der Belastungsaussage sagen.

Erhebt die Staatsanwaltschaft allerdings Anklage, würde dies bedeuten, dass eine Hauptverhandlung zu 99 % wahrscheinlich ist. Einzige Ausnahme: Das Gericht akzeptiert die Anklage nicht und erlässt einen sogenannten Nicht-Eröffnungsbeschluss.

Da die Freispruch-Quote in Deutschland bei ca. 2,8 Prozent liegt, wäre eine Verurteilung wahrscheinlich - auch zu Unrecht.


Hauptverhandlung (und v.a. die Revision bei Verurteilung) kosten wesentlich mehr Geld als eine Schutzschrift im Ermittlungsverfahren. Bei Verurteilung wäre der finanzielle Schaden nicht auszudenken; schon allein aufgrund Schmerzensgeldforderungen der vermeintlich Geschädigten sowie der Verfahrenskosten.