Eine Frau ?!

Noch immer stoße ich zuweilen auf Unverständnis, wie ich denn „als Frau“ „Vergewaltiger und Kinderschänder“ verteidigen kann!

Kann ich denn überhaupt „Vergewaltiger und Kinderschänder“ verteidigen, obwohl ich doch eine Frau bin? – Die Antwort ist ein klares „ja“. Ja, natürlich kann ich das; und zwar umso besser, weil ich eine Frau bin!

Denn gerade als Frau weiß ich – und missbillige ich zutiefst! – auf welche perfide Art und Weise und aus welchen absurden Motiven Frauen zu einer Falschanzeige gegen einen Mann in der Lage sind und damit erreichen, seine berufliche und bürgerliche Existenz bis hin zum Suizid zu vernichten! Dies zu sehen und nicht dagegen anzukämpfen wäre mir nicht erträglich!

Und wenn ich weiß, dass mein Mandant tatsächlich ein „Kinderschänder“ oder ein „Vergewaltiger“ ist? Kann, „darf“ ich dann auch unter Aufbietung aller Verfahrensrechte und Verteidigungstaktik für seinen Freispruch kämpfen?

Auch hier ein klares „ja“! Denn gerade denn, wenn mein Mandant tatsächlich Sexualstraftaten wie sexuelle Nötigung, Vergewaltigung und sexueller Missbrauch begangen hat, bedarf er umso mehr eines fairen Verfahrens, dem Schutz seiner Verfahrensrechte gegenüber Justiz und Gesellschaft und eines Verteidigers, der vorbehaltslos zu ihm steht!

Und wenn die Beweislage es ermöglicht, meinen Mandanten, der die sexuelle Nötigung, die Vergewaltigung oder den sexuellen Missbrauch tatsächlich begangen hat, freizusprechen, werde ich für ihn selbstverständlich auch darum kämpfen, denn auch dann hat er ein Recht auf ein faires und rechtsstaatliches Verfahren! Die Frage, ob „Schuld“ oder „Unschuld“ ist dabei absolut sekundär.

Vielmehr kommt es darauf an, dass wirklich nur derjenige als schuldig verurteilt wird, dem die ihm vorgeworfene Tat mit rechtsstaatlichen Mitteln auch nachgewiesen werden kann!

Damit drücke ich in keiner Weise aus, dass ich Sexualstraftaten wie sexuelle Nötigung, Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauch „begrüße“, verharmlose, rechtfertige und applaudiere! Doch verteidige ich meinen Mandanten – und das heißt entschieden: ich verteidige den Menschen – nicht die Tat.

Hinzu kommt, dass ich insbesondere als Frau große Empathie und Feingefühl besitze, die es gerade in der Verteidigung gegen Vorwürfe im Sexualstrafrecht unbedingt braucht!