Am 27. März 2017 endete in Münster die Berufungsverhandlung zu einem Fall, der sich im Jahr 2014 ereignet haben soll. Meinem Mandanten wurde vorgeworfen, in jenem Jahr eine Club-Bekanntschaft während des Schlafs vergewaltigt zu haben. In erster Instanz erfolgte eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Nun gingen wir erfolgreich in Berufung: Freispruch!

Über den Vorwurf sexueller Kindesmissbrauch wird demnächst die erste Strafkammer des Landgericht Frankenthal zu entscheiden haben. Und vermutlich hätte sie dies heute auch bereits schon getan – wäre da keine Strafverteidigerin für Sexualstrafrecht gewesen. Für den Mandanten hat sich die Anstrengung gelohnt. Denn anstatt bequem die Beweisaufnahme nach der Vernehmung der beiden kindlichen Belastungszeuginnen zu schließen, hat das Gericht nun zunächst über die seitens der Verteidigung gestellten Beweisanträge zu entscheiden.

Dass eine Vergewaltigung in der Ehe als eine  „ganz normale“ Vergewaltigung anzusehen ist, stellte der Bundesgerichtshof (BGH) nunmehr mit Urteil vom 20.04.2016 klar (BGH, Urt. v. 20.4.2016 – 5 StR 37/16). Das Landgericht Saarbrücken hingegen war noch von einer Vergewaltigung in einem minder schweren Fall ausgegangen.

Trotz Fehlens jeglicher Spuren, die die Aussage der Anzeige-Erstatterin belegen könnten, verurteilte das Amtsgericht Wetzlar meinen Mandanten wegen Vergewaltigung. Gegen diese Verurteilung wegen Vergewaltigung ohne Spuren werde ich als Anwältin für Sexualstrafrecht gemeinsam mit meinem Mandanten in Berufung gehen. Lesen Sie hier was genau geschah.

 Das Landgericht Landshut hatte am 29. September 2015 ein Urteil gemäß § 174 Absatz 1 Nummer 3 STGB gefällt. In drei tatmehrheitlichen Fällen bestand der Vorwurf des Missbrauchs von Schutzbefohlenen, in einem Fall in Tateinheit mit Vergewaltigung - der Angeklagte wurde freigesprochen. Nun hatte der Bundesgerichtshof dieses Urteil aufgehoben und die Sache zur neuen Entscheidung an eine andere Strafkammer des Landgerichts zurückverwiesen.